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Doppelstarter: Volles Programm in der „Grünen Hölle“

Es gibt solche Menschen, die einfach nicht genug bekommen – schon gar nicht, wenn es um die Nordschleife geht. Und so reichte es einigen WTCC-Piloten nicht, einfach nur in den beiden WM-Läufen zu starten. Sie gingen als Doppelstarter auch im ADAC Zurich 24h-Rennen an den Start. Mit den beiden Niederländer Tom Coronel Nicky Catsburg und Rob Huff (Großbritannien) traten drei Piloten aus der WM auch bei der Hatz zwei Mal um die Uhr an. Nordschleifen-Star Sabine Schmitz nutzte die Chance und ihre Nordschleifen-Kenntnisse, um das WTCC-Feld aufzumischen.

Für Coronel brachte die Nordschleife kein Glück. Dabei fing alles gut an: Im Qualifying sicherte sich der Niederländer sensationell den dritten Platz – sein Jubel im Cockpit kannte keine Grenzen. Auch im Rennen war er gut unterwegs und ging als Fünfter in die letzte Runde. Doch dann flog er von der Strecke und beschädigte seinen Chevrolet so stark, dass er im zweiten Rennen nicht starten und damit auch seinen dritten Startplatz nicht genießen konnte. Auch beim 24h-Rennen wollte es einfach nicht laufen. Coronel trat zusammen mit Marc Gassner, Florian Strauß und Henrik Still im Nissan GT-R Nismo GT3 des Zakspeed Teams an. Nach der Hagel-Unterbrechung fuhr der Niederländer den Restart und das Team konnte sich zunächst in den Top 20 halten. Doch ein technischer Defekt zwang das Team zur Aufgabe.

Für Rob Huff lief es bei der WTCC um einiges besser, allerdings nicht beim 24h-Rennen: Er hatte sich in der Tourenwagen-WM den achten Startplatz im zweiten Rennen gesichert und startete somit als 16. ins Eröffnungsrennen. Dort konnte er sich in den drei Runden weit nach vorne arbeiten und als Vierter über die Ziellinie gehen. Das gleiche Ergebnis gelang ihm wenig später erneut. Wie Coronel musste auch Huff das 24h-Rennen dann allerdings frühzeitig beenden. Der Brite pilotierte gemeinsam mit Abdulaziz Al Faisal, Pseudonympilot „Gerwin“ und Indy Dontje einen Mercedes AMG GT3 von Black Falcon. Am Sonntagmorgen kollidierte Dontje mit einem Konkurrenten – dabei wurde der Mercedes irreparabel beschädigt.

Auch dem Dritten im Bunde der WTCC-Piloten erging es ähnlich: Nicky Catsburg konnte seinen Lada in den beiden WTCC-Läufen jeweils im vorderen Mittelfeld platzieren. Er holte mit den Plätzen neun und sechs wertvolle WM-Zähler, während es im 24h-Rennen nicht so gut lief. Im BMW M6 GT3 von ROWE-Racing angetreten, musste das Team im Top-30-Qualifying einen Leitplankeneinschlag verdauen. Auch im Rennen lief es einfach nicht rund: Nachdem man sich zunächst in der Spitzengruppe behaupten konnte, kollidierte der BMW am frühen Morgen um 4:00 Uhr mit einem anderen Teilnehmer und schlug in die Leitplanke ein: Das war das Aus.

Sabine Schmitz, die auf der Nordschleife Zuhause ist, sicherte sich wie im vergangenen Jahr einen Punkt für den zehnten Rang im ersten WTCC-Rennen. Von Rang zwölf gestartet verlor sie im Zweikampf mit John Filippi ein paar Positionen, konnte sich aber wieder einige Plätze zurückerobern. Im Lauf zwei verfehlte sie mit Platz elf knapp die Punkteränge. Sie hatte sich lange in der ersten Hälfte des Feldes gehalten, bekam dann aber Probleme mit dem linken Vorderreifen. „Ich kam auf drei Reifen ins Ziel“, erzählte Schmitz. Allerdings sah auch sie im 24h-Rennen nicht die Zielflagge. Kurz nach vier Uhr morgens am Sonntag schlug sie mit dem Frikadelli-Porsche im Bereich Hohe Acht in die Leitplanke und schied aus.