ETCC-Portugal-Niklas-Makschin

ETCC Portugal: Deutscher Super-1600-Doppelsieg für Niklas Mackschin

Der Tourenwagen-Europacup ETCC gastierte – wie schon beim 24h-Rennen – am vergangenen Wochenende im Rahmen des WTCC-Laufs im portugiesischen Vila Real. Nach zwei spannungsgeladenen Läufen ist aus deutscher Sicht besonders der Tabellenstand in der Super-1600-Klasse höchst erfreulich. Mit einem Doppelsieg konnte Niklas Mackschin (Ford Fiesta 1.6 16V) seine Tabellenführung ausbauen. Er führt nun mit 101 Punkten deutlich vor seinen Landsleuten Andreas Rinke (64 Punkte) und Kevin Hilgenhövel (45 Punkte, beide Peugeot 207). Die Gesamtsieger beider Läufe stammten auch diesmal aus der „großen“ Super-2000-Kategorie: Manuel Pedro Fernandes (Seat León Cup Racer TCR) begeisterte das portugiesische Publikum auf der Tribüne mit einem Rennsieg und einem zweiten Platz. Der Schweizer Kris Richard (Honda Civic FB TCR) konnte mit einem Sieg im zweiten Lauf in der Tabelle auf Spitzenreiter Petr Fulin aufschließen und führt die ETCC nun punktgleich mit diesem an.

Rennen 1: Lokalmatador Fernandes vorne
Ein nervenaufreibender erster Lauf war das, was die ETCC-Piloten bei ihrer Premiere in Vila Real den Zuschauern servierten. Das bessere Ende hatte am Schluss Lokalmatador Manuel Fernandes für sich. Der Portugiese konnte im Seat León Cup Racer seinen ungarischen Markenkollegen Norbert Nagy in der vorletzten Runde überholen und so den Sieg in der Super-2000-Klasse holen. Zuvor hatte der von der Pole gestartete Nagy vom Start weg die Führung übernehmen können, wurde aber schon früh von Europacup-Debütant Fernandes unter Druck gesetzt. Petr Fulín (Tschechien) and Fábio Mota (Portugal) komplettierten schließlich ein Quartett von Piloten, das um die Führung kämpfte. Der Fight ging für den Ungarn jedoch schlecht aus: Zunächst traf Nagy nach einem Kampf mit Fulin die Leitplanke und löste so eine Safety-Car-Phase aus, nach dem Restart wurde er schließlich von Fernandes überholt – nur eine Runde vor der Zielflagge. Den Sieg im ersten ETCC-Lauf seiner Karriere vor Augen wurde Nagy am Ende durch einen Reifenschaden gestoppt und musste die Box ansteuern. Fulin wurde Zweiter hinter Fernandes, der Schweizer Peter Rikli ging im Honda Civic als Dritter über die Ziellinie. In der Super-1600-Klasse war es einmal mehr der Deutsche Niklas Mackschin, der das Geschehen bestimmte. Er lag von Beginn an in Führung und holte am Ende seinen fünften Saisonsieg. Hinter ihm ging es dagegen munter zu im Feld der „kleinen“ ETCC-Klasse. Ford-Fiesta-Pilot Tomáš Korený und die beiden deutschen Peugeot-Piloten Kevin Hilgenhövel und Andreas Rinke sorgten für Action auf der Piste. Koreny konnte schließlich an Rinke vorbeiziehen und ging hinter Rinke als dritter der Super-1600-Klasse durchs Ziel.

Rennen 2: Spannende Action in Super-2000- und Super-1600-Klasse
Auch beim zweiten Lauf des Tourenwagen-Europacups in Portugal kamen die Zuschauer auf ihre Kosten. Kris Richard (Honda Civic FB TCR) konnte dabei Manuel Fernandes in Schach halten und den Lauf für sich entscheiden. Er zog damit in der Tabelle mit Spitzenreiter Petr Fulin gleich. Richards, der als Vierter ins Rennen gestartet war, konnte innerhalb weniger Kurven in Führung gehen. Bemerkenswert: Da in der ETCC der zweite Lauf in umgekehrter Startreihenfolge der Trainingsergebnisse beginnt, musste er sich dabei durch das komplette Super-1600-Feld kämpfen. Er konnte sich vom Rest des Feldes absetzen, während Teamleiter und Teamkollege Peter Rikli Fulin auf Distanz hielt. Doch der zwang den Schweizer schließlich in der fünften Runde in einen Dreher, was Manuel Fernandes erlaubte, vorbeizugehen. Der gab im Anschluss alles und fuhr die Lücke auf Richard zu, bis er in der letzten Runde unmittelbar hinter dem Schweizer lag. Doch der Honda-Pilot konnte sich wehren und ging mit einem Abstand von 0,371 Sekunden als Erster über die Ziellinie. Hinter Fernandes belegte Norbert Nagy Platz drei.

Auch in der Super-1600-Klasse war der Verlauf Aufsehen erregend. Tomáš Korený führte zunächst das Rennen an, ihm folgten Kevin Hilgenhövel und Niklas Mackschin. Doch Hilgenhövel setzte den Tschechen unter Druck, der sich schließlich drehte. Im Getümmel nutzte Makschin seine Chance und setzte sich in Führung, die er bis ins Ziel nicht abgab, während Hilgenhövel eine Drive-Through-Strafe wegen eine Kollsion mit Korený erhielt. So war es sein ETH-Teamkollege Andreas Rinke, der den zweiten Platz in der Klasse holte. „Beide Rennen liefen richtig gut für mich“, freute sich Doppelsieger Mackschin anschließend. „Das erste Rennen war ganz cool, doch im zweiten Rennen mit der umgekehrten Startaufstellung, links und rechts die Konkurrenten neben einem: Da wusste man nicht, was abgeht. Aber ich habe mich durchgesetzt und jetzt sieht es in der Meisterschaft ziemlich gut für mich aus.“