24 Stunden Nürburgring 2016 - Foto: Gruppe C

Großes Star-Aufgebot auf der Nordschleife

Ein halbes DTM-Feld, alte Hasen und die zweite Generation großer Namen, dazu ein paar Rekordjäger und Seitenwechsler – das Starterfeld des 44. ADAC Zurich 24h-Rennens liest sich wie ein „Who is who“ des Motorsports. Unter den rund 600 Fahrern, die sich dem Abenteuer „Grüne Hölle“ stellen, sind viele Piloten, die den Fans eigentlich aus anderen Rennserien bestens bekannt sind.

Seit die großen Hersteller Audi, BMW und Mercedes-Benz auch den Gewinn des 24h-Rennens als ein großes Saisonziel ausgegeben haben, sind die DTM-Piloten ein großer und wichtiger Teil des Teilnehmerfeldes. In diesem Jahr ist das halbe DTM-Feld in der Eifel im Einsatz. Während BMW-Pilot Timo Glock „nur“ als Experte beim neuen Fernsehpartner RTL NITRO rund um die Uhr im Einsatz ist und Mercedes-Mann Dani Juncadella lediglich das 24h-Classic-Rennen absolvierte, sitzen elf ihrer insgesamt 22 Kollegen auch beim Hauptevent im Auto.

BMW hat zahlenmäßig die Nase vorn
Dabei hat BMW zahlenmäßig die Nase vorn. Insgesamt fünf Piloten haben die Münchner für den 24h-Dienst abgestellt. Augusto Farfus, der 2010 als erster Brasilianer überhaupt den Eifel-Marathon schon einmal gewonnen hatte, ist zusammen mit Marco Wittmann mit dem BMW M6 GT3 mit der #18 für Schubert Motorsport unterwegs, Martin Tomczyk sitzt im Schwesterauto mit der Jubiläumsnummer 100. Der Belgier Maxime Martin, im vorigen Jahr nach 24 Stunden nur um 40 Sekunden geschlagen, nimmt bei Rowe Racing einen neuen Anlauf auf seinen ersten Gesamtsieg, der Brite Tom Blomqvist absolviert sein erstes 24h-Rennen bei Walkenhorst.

Audi hat zwar nur vier Piloten im Einsatz, von denen aber allein der Italiener Edoardo Mortara aus dem Phoenix-Audi #5 beim 24h-Rennen noch nicht ganz oben auf dem Siegertreppechen stand. Der Schweizer Nico Müller geht als Vorjahressieger für das Audi Sport Team WRT im Audi R8 LMS mit der #1 ins Rennen. Die beiden früheren DTM-Champions Timo Scheider (Sieger 2003) und Mike Rockenfeller (Sieger 2006) sitzen beide im Land-Audi mit der #28. Mercedes-Pilot Maximilian Götz ist sogar auf zwei Autos im Einsatz und gibt in den beiden Haribo-Mercedes AMG GT3 mit der #8 und der #88 Gas. Sein Kollege Christian Vietoris geht auf dem HTP-Mercedes mit der #29 in sein erstes 24h-Heimspiel.

Der DTM-Rekordchampion Bernd Schneider, 2013 auch schon einmal 24h-Sieger, ist ebenso wieder am Start wie der Portugiese Pedro Lamy. Der ehemalige Formel-1- und DTM-Pilot ist mit fünf Erfolgen Rekordgewinner am Ring. Zum „Eifel-Inventar“ gehört auch Volker Strycek. Der DTM-Champion von 1984 und ehemalige Opel-Sportchef startet nicht nur wieder im Kult-Manta, sondern auch im Opel Astra #177 mit seinen beiden Kindern Lena und Robin.

Die zweite Generation
Auch der Zakspeed-Mercedes mit der #75 glänzt mit bekannten Namen in zweiter Generation. Luca Ludwig und Sebastian Asch, die aktuellen ADAC-GT-Masters-Champions, teilen sich das Cockpit unter anderem mit Kenneth Heyer. Ihre Väter Klaus, Roland und Hans haben sich früher schon viele Duelle geliefert. Auch den Namen Lauda findet man in der Startliste. Niki Laudas Sohn Mathias, früher DTM-Pilot und jetzt im GT-Sport unterwegs, sitzt im Aston Martin mit der #27. Markus Winkelhock, Sohn von Manfred Winkelhock, hofft im Phoenix-Audi #6 auf seinen zweiten Gesamtsieg an der Stätte, an der er auch sein einziges Formel-1-Rennen bestritten hat.

Eine große Faszination übt das Rennen auch auf andere Motorsportler und auch Teilzeit-Rennfahrer aus. So startet der frühere Rallye-WM-Pilot Armin Schwarz zum zweiten Mal mit einem Subaru namens „Horst“. „’Alles auf Horst’ bezieht sich auf einen Film, in dem es um viel Selbstironie geht und darum, dass man nicht immer derjenige sein muss, der gewinnt. Es geht darum, Teil eines echten Happenings zu sein – und das ist das 24h-Rennen wie kein anderes. Erst in zweiter Instanz ist wichtig, ganz vorne zu fahren“, sagte Schwarz.

Mit dabei ist auch wieder Rapper Smudo von der Kult-Band „Die Fantastischen 4“, der erneut mit einem umweltfreundlichen Auto unterwegs ist, diesmal dem Porsche Cayman GT4 mit der #112. Und auch im Ausland übt das Rennen eine große Faszination aus. So ist in der #703 der Scuderia Cameron Glickenhaus auch der Brite Chris Harris am Start, dem neuen Presenter der Kult-Sendung „Top Gear“.