24h-Qualirennen-2016-Pulk-Nordschleife

Heiß umkämpftes Rennen des Jahres

Ein beeindruckender Kampf der Supersportwagen beim größten Rennen der Welt: Das verspricht das ADAC Zurich 24h-Rennen 2016. Rund 160 Fahrzeuge und über 600 Piloten treten am letzten Mai-Wochenende auf der legendären Nürburgring-Nordschleife an. In über drei Dutzend potenziellen Siegerfahrzeugen stürzen sich Weltklasse-Piloten ebenso ins Rennen, wie eine Schar von Privatfahrern und Breitensportlern, die sich der größten Herausforderung der Motorsportsaison stellen. Begeisterung lösen die aufwändigen Werks- und Semiwerkseinsätze mit ihren fantastischen Boliden aus: Titelverteidiger Audi muss sich nicht nur exzellenten Teams aus dem Lager von BMW, Mercedes-AMG und Porsche stellen. In den Klassen der potenziellen Gesamtsieger sind etwa Traum-Sportwagen von Aston Martin, Bentley, Lamborghini, Lexus und Nissan sowie die spektakulären Glickenhaus-Prototypen vertreten.

Spannende Vorzeichen für das 24h-Rennen 2016: Alle Gesamtsiegkandidaten setzen erstmals auf neue Fahrzeuge, die sie seit Saisonbeginn 2015 entwickelten. Mit dem R8 LMS haben die Audi-Teams dabei einen Vorteil. Ihr Sportwagen debütierte früher, entsprechend haben die Ingolstädter einen Erfahrungsvorsprung. Zudem konnten sie die 24h 2015 gewinnen. DTM-Pilot Nico Müller gehört nun zum Fahrerquartett, das im Audi Sport Team WRT zur Titelverteidigung antritt. „Es ist natürlich schön, mit der Nummer 1 auf dem Auto fahren zu dürfen. Unser klares Ziel ist es, unseren Vorjahreserfolg zu wiederholen“, sagt der Schweizer. „Doch die Konkurrenz hat über den Winter nicht geschlafen, es sind viele neue Autos am Start. Das Feld scheint mir sehr ausgeglichen, und ich freue mich auf einen harten Kampf.“ Beim 24h-Qualifikationsrennen hinterließen insbesondere die Mercedes-AMG-Teams, die mit dem neuen GT3 einen guten Eindruck. Der Doppelsieg für HTP Motorsport und das Haribo Racing Team AMG zeigten sich die Mercedes-AMG-Teams bestens aussortiert. „2016 sehen wir hier wahrscheinlich die größte Leistungsdichte der vergangenen Jahre“, bremste Thomas Jäger (Putzbrunn) dennoch übertriebene Erwartungen. „Die Teams und die Hersteller haben sich in den letzten Jahren extrem professionalisiert. Es wird ein sehr intensives und hartes Rennen werden.“ Zu den Siegkandidaten gehören sicherlich auch die BMW-Teams, die mit Werksunterstützung aus München den brandneuen M6 GT3 einsetzen. Beim 24h-Qualirennen war es Nordschleifen-Spezialist Maxime Martin (Belgien), der für Rowe Racing die Pole holte und in der ersten Rennphase das Tempo vorgab. Am Ende reichte es für ihn zum dritten Platz und einer Ankündigung, die das Herz der BMW-Fans höher schlagen lässt: „Wir verbessern das Auto mit jedem Mal, wenn wir auf die Strecke gehen. Unsere Pole war eine Bestätigung dafür. Wir müssen auf jedes Detail achten und weiter so viel wie möglich lernen. Aber dass wir hier so schnell waren, ist ein gutes Zeichen.“ Stark aufgestellt ist auch Porsche. Zwei 911 GT3 R setzt das Manthey-Team im Werksauftrag ein, weitere starke Fahrzeug kommen etwa von Frikadelli Racing oder Falken Motorsport.

WTCC: Wer stoppt López?
Den rund 200.000 Fans rund um die Strecke wird nicht nur beim 24h-Rennen einiges geboten. Vor allem die FIA-Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC ist ein absoluter Höhepunkt im sportlichen Programm. Die Tourenwagen-Königsklasse trägt auf der Nordschleife ihren neunten und zehnten Saisonlauf aus. Jeweils drei Runden sprinten Weltmeister José María López (Argentinien, Citroën) und seine Konkurrenten über die längste Rennstrecke der Welt. Sie sind dabei nicht alleine: In einer zweiten Startgruppe gehen die Fahrzeuge des FIA-Tourenwagen-Europacups ETCC an den Start, sodass den Zuschauern Action im Doppelpack geboten wird. In der WTCC geht es erneut um die Frage, wer den Weltmeister entthront: López gewann drei der sechs bisherigen Saisonläufe und liegt vor der WM-Runde in Marokko (6. – 8. Mai) knapp vor Honda-Pilot Tiago Monteiro (Portugal). Dass ihm der Eifelkurs liegt, bewies López 2015, als er den ersten Lauf gewann und im zweiten Rennen hinter Markenkollegen Yvan Muller (Frankreich) auf Platz zwei im Ziel einlief. In der aktuellen Saison wechseln sich nicht nur auf den ersten beiden Plätzen Citroën und Honda ab: Der Marokkaner Mehdi Bennani (Citroën) rangiert vor Rob Huff (Großbritannien, Honda) und Yvan Muller (Citroën) sowie Norbert Michelisz (Ungarn, Honda). Erst auf Rang sieben folgt mit Nicky Catsburg der beste Lada-Pilot. Der Niederländer holte 2016 bereits mehrfach Podiumsplatzierungen, scheiterte aber jeweils im anderen Lauf des Wochenendes. Viele Fans aus dem Nachbarland werden ihm bei den Läufen auf der Nordschleife die Daumen drücken. Auch die beiden brandneuen Volvo-Tourenwagen kommen nach einem zähen Saisonbeginn immer besser in Fahrt, und die schwedischen Rennfahrer Fredrik Ekblom (elfter Platz) und Thed Björk (Zwölfter) brennen sicherlich darauf, gerade auf dem Nürburgring ihren ersten Siegersekt zu versprühen. Einziger Deutscher im Feld ist in diesem Jahr René Münnich, der mit seinem All-Inkl.com-Team einen Privateinsatz auf einem Chevrolet RML Cruze TC1 absolviert.

Volles Programm für Fans
Auch das weitere sportliche Programm beim ADAC Zurich 24h-Rennen kann sich sehen lassen. Eröffnet wird das Rennwochenende durch die Leistungsprüfung der RCN, die am Donnerstag (26. Mai) ausgetragen wird. Beste Unterhaltung auf der traditionsreichen Nordschleife garantiert auch die ADAC 24h Classic: Das Feld der historischen Tourenwagen aus Youngtimer-Trophy und FHR ist so groß wie selten zuvor und wird voraussichtlich die Marken der maximal zulässigen 210 historischen Rennwagen erreichen. Neu im Programm ist der Audi Sport TT Cup, der am Freitag und Samstag jeweils ein dreißigminütiges Rennen auf der Grand-Prix-Strecke absolviert. Neben der Strecke ist ebenfalls ständig etwas los. Bereits am Mittwoch gibt es den stimmungsvollen Prolog in der Innenstadt von Adenau: Zwischen 16:00 und 20:00 Uhr dreht sich auf der Hauptstraße der Rennstadt am Ring alles um das 24h-Rennen und die WTCC. Während der Veranstaltungstage verwandelt sich obendrein der ring°boulevard in eine große Fan-Meile. Im historischen Fahrerlager wird zudem erneut Action in der Fan-Arena geboten. Unter anderem sind dort die Sportholzfäller der Stihl Timbersports Series sowie die Zweirad-Akrobaten der RedBull Tiral Show zu bewundern. Außerdem drehen sich hier die Räder des Falken Drift Teams, das am Freitagabend seinen großen Auftritt hat: Ab 20:40 Uhr wird es in der Müllenbachschleife vor vollen Rängen bei der Falken Drift Show zur Sache gehen.