WTCC-Japan-Rennbericht

López macht das Meisterstück

Auf dem japanischen Twin Ring Motegi hat Citroën-Pilot José María López die Titelverteidigung in der FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) vorzeitig klar gemacht. Dem Argentinier genügten ein vierter Platz im Eröffnungsrennen und die zweite Position im Hauptrennen, um seinen dritten Titel in Folge zu holen. Die Rennsiege bei der neunten WM-Runde gingen an den Ungarn Norbert Michelisz sowie López’ französischen Markenkollege Yvan Muller. Unterdessen zeichnet sich ab, dass die FIA den thailändischen Lauf wegen Unstimmigkeiten mit den Organisatoren aus dem Kalender nimmt. So bleiben noch die Events in China (24. – 25. September) und das Saisonfinale in Katar (24. – 25. November).

„Zwei Renn-Wochenenden vor dem Saisonende den Titel einzufahren, das ist fantastisch“, freute sich der frischgebackene Weltmeister López nach dem Zieleinlauf des Hauptrennens in Japan. Den Titel-Hattrick sieht er auch als Teamwork und bedankte sich entsprechend: „Ein Dankeschön an Yvan Muller, das Team und Citroën.“ Gegenüber dem Teamkollegen hatte er sich schon im Hauptrennen auf seine Weise erkenntlich gezeigt. López lag souverän in Führung, bremste aber ab und ließ Yvan Muller passieren. „Ich wusste nicht so recht, was ich machen sollte. Aber das war meine Art, mich bei ihm zu bedanken“, so López.

Der vorzeitige Meistertitel von José María López täuscht ein wenig darüber hinweg, dass die WTCC auch in Japan wieder eine spannende Show bot. Im Eröffnungsrennen, in dem die ersten Startreihen in umgekehrter Reihenfolge antreten, hatten die einheimischen Fans große Freude. Denn der Ungar Norbert Michelisz sowie seine beiden Markenkollegen Rob Huff (GBR) und Tiago Monteiro (POR) beschenkten Honda beim Heimspiel mit einem Dreifachsieg. Während Michelisz an der Spitze einen souveränen Lauf fuhr und nach dem gewonnenen Start die Führung bis zur Zielflagge nicht hergab, ging es hinter ihm turbulent zu. Volvo-Pilot Thed Björk (SWE) konnte zunächst Citroën-Pilot Thom Chilton (GBR) im Kampf um Platz drei niederringen und setzte anschließend Rob Huff unter Druck. Der hielt aber Stand und Björk musste schließlich auch noch Monteiro passieren lassen. Eine erneut souveräne Leistung zeigte José María López, der sich von der zehnten Position nach und nach vorkämpfte und schließlich sogar noch Thed Björk von Platz vier verdrängen konnte. Dem Schweden blieb schließlich sogar nur der sechste Platz, nachdem er auch von Yvan Muller überholt worden war.

López und Muller waren auch die Stars des Hauptrennens, in dem der Titelverteidiger den WM-Sieg sicherstellte. Der Argentinier übernahm von der Pole-Position aus das Kommando und führte das Rennen bis kurz vor Schluss an, als er Muller passieren ließ. Der französische Markenkollege konnte sich so über seinen ersten Rennsieg des Jahres freuen. Das Podium komplettierte Tiago Monteiro, der mit dem Podiumsplatz für ein gelungenes Honda-Heimspiel sorgte. Er hatte sich zuvor gegen den marokkanischen Citroën-Privatier Mehdi Bennan durchgesetzt. Néstor Girolami (ARG), der in Japan erstmals für Volvo in der WTCC antrat, unterstrich den Aufwärtstrend der Schweden, als er die fünfte Position vor Tom Chilton und seinem Teamkollegen Thed Björk einfuhr.