VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2016, 48. ADAC Barbarossapreis (2016-09-24): Claudius Karch, Ivan Jacoma (Porsche Cayman S). Foto: Jan Brucke/VLN

Mathol: Eigene Ansprüche nicht erfüllt

[Teaminfo] Bei der VLN Mathol Racing einmal nicht auf dem obersten Podest zu sehen, ist schon eine Seltenheit. Hin und wieder passiert es aus den unterschiedlichsten Gründen aber doch, wie auch beim neunten Lauf der Saison 2016. „Das ist letztlich nicht unser Anspruch und motiviert uns jetzt für das Finale am 22. Oktober“, sagt der stellvertretende Teammanager Alexander Fielenbach. Allerdings: So schlecht war das Ergebnis nun auch wieder nicht. Acht der zehn gestarteten Fahrzeuge kamen ins Ziel und auch Podestplätze sammelte Mathol Racing wieder ein.

In der Klasse V6 waren Claudius Karch und Ivan Jacoma auf dem Weg, den achten Sieg im neunten Rennen einzustreichen. Mit den klar schnellsten Rundenzeiten in der Klasse setzte sich das schnelle Duo immer weiter von der Konkurrenz ab, bis Claudius Karch unsanft abgeräumt wurde. „Ich habe einen Astra überholt und normal eingelenkt, als er mich hinten am Rad getroffen hat“, erzählte Karch hinterher, „1000 Mal geht so ein Manöver gut und dann passiert leider so etwas.“ Der Mannheimer schaffte den Weg zurück an die Box, wo der Schaden repariert wurde. Allerdings war danach die Elektronik des Zimmermann-Cayman derart gestört, dass letztlich nur Platz drei in der Klasse blieb. Ebenfalls in der Klasse V6 wollten Rüdiger Schicht und Oskar Sandberg auch angreifen. Doch in der ersten Runde musste Schicht noch auf dem Grandprixkurs einem anderen Auto ausweichen, welche sich gedreht hatte und auf der Strecke stand. Dabei wurde er von einem anderen Auto hart getroffen. „Rüdiger hatte keine Chance“, nahm Fielenbach den Fahrer in Schutz.

In der Porsche Cup-Klasse trat Mathols dritter Cayman an. Der GT4 Clubsport mit Marc Keilwerth, Volker Wawer und Bernd Kleeschulte kam gut durchs Rennen und belohnte seine Fahrer mit dem achten Rang in der Klasse. „Die drei haben einen guten Job gemacht“, erklärte Alexander Fielenbach.

Besonders erfreulich war der Auftritt von Mathol Racing in der Toyota-Cup-Klasse.  Mathol Racing war mit gleich zwei Toyota GT 86 am Start und landete am Ende verdient auf den Plätzen drei und vier. Vor allem Achim Wawer brachte in seinem ersten VLN-Rennen eine überzeugende Leistung. „Ich freue mich, dass die Jungs mit meinem Meisterauto so gut unterwegs waren“, meinte Fielenbach, der mit genau diesem GT86 vor einer Woche die RCN-Meisterschaft holte.

Im BMW Cup startete Mathol Racing erneut mit zwei BMW M235i Racing. Der Race-Navigator-BMW sah nach Problemen mit dem Turbolader die Zielflagge nicht. „Auf der Geraden hatten wir einen Topspeed von nur noch 200 Stundenkilometer, dann macht ein Rennen keinen Sinn mehr“, erklärte Fielenbach. Dagegen kam der Avia-BMW ohne Probleme durch und landete auf Platz zwölf in der Klasse.

Klassenrang drei gab es für den Avia-Aston. Das dominierende Fahrzeug der Klasse SP10, der Klasse der GT4-Fahrzeuge, stand mit kleinen technischen Problemen kurzzeitig an der Box. Aber auch ohne wäre der Sieg diesmal nicht möglich gewesen. Grund war die Premiere der neuen KTM X-Bow GT4, die nach eigener Aussage nur zur „Testfahrt“ vor Ort waren. Bei Rundenzeiten, die durchschnittlich 15 Sekunden schneller als der gesamte Wettbewerb waren, versteht man die Diskussionen, ob diese raumschiffartigen Fahrzeuge überhaupt in die SP10/GT4 gehören. „Mit einem „GT-Fahrzeug“ haben sie zumindest nichts gemeinsam und da könnte man doch gleich noch ein paar Radicals zulassen?“, fragt Teamchef Matthias Holle. Zumindest dürfte das Ergebnis der Balance of Performance einen neuen weltweiten Negativrekord in Fehleinstufung aufstellen. „Ich denke, da wird an der BoP aber noch massiv gearbeitet, damit es auch ein fairer Wettkampf wird“, meinte Mathol-Stammfahrer Wolfgang Weber. Der zweite Aston Martin von Mathol Racing wurde am Ende als fünfter in der Klasse gewertet.

Zu guter letzte waren auch wieder Jörg Kittelmann, Klaus Müller und Thomas Heinrich mit ihrem Seat Leon Supercopa in der Klasse SP3T am Start. „Das Auto und die Jungs sind ein Phänomen“, freute sich Fielenbach. Denn die drei Piloten wissen genau, dass sie mit ihrem Auto in Sachen Leistung in der Klasse klar unterlegen sind. Doch die drei wollen einfach ihren Spaß und die persönliche Leistung stetig verbessern. Mit einem unfallfreien und guten Rennen schafften sie am Ende Platz fünf in der Klasse.