24 Stunden Nürburgring 2016 - Foto: Gruppe C

TCR-Fahrzeuge bereichern das Teilnehmerfeld

Beim 44. ADAC Zurich 24h-Rennen auf dem Nürburgring geht 2016 erstmals eine Klasse mit TCR-Fahrzeugen an den Start. Damit setzt die erst 2014 eingeführte Fahrzeugkategorie ihre Expansion in den Langstreckenbereich fort.

„Die TCR ermöglicht professionellen Motorsport zu bezahlbaren Preisen“, sagt ein Vertreter von ‚fast mathilda racing – Team pistenkids’, das mit zwei Seat Leon TCR an den Start geht, über den Grundgedanken der neuen Klasse. Die TCR zeichnet sich durch ein weltweit einheitliches Reglement aus. 2015 fand die erste Saison unter anderem im Rahmen der Formel 1 statt und in diesem Jahr gibt es neben der internationalen Serie jetzt auch kontinentale Meisterschaften in Europa und Asien sowie nationale Serien wie die ADAC TCR Germany, die im Rahmenprogramm des ADAC GT Masters unterwegs ist. Zusätzlich wird noch eine Endurance-Meisterschaft ausgetragen, die seit 2016 im Rahmen einiger Rennen der 24h-Series fährt.

Das ADAC Zurich 24h-Rennen Nürburgring wird einzeln gewertet. Die Grundlagen des Reglements sind einfach: Das Fahrzeug muss ein Fünftürer sein und die Power seines 2,0 Liter Turbo-Motors an die Vorderräder schicken. Um den Wettbewerb spannend zu halten, greift auch hier die Balance of Performance, die mit Zusatzgewichten die Chancengleichheit aller Teilnehmer gewährleistet. Wohl attraktivstes Argument, gerade für Privatfahrer, künftig in dieser Klasse zu starten, ist die Deckelung des Fahrzeugpreises auf rund 100.000€.

Beim ADAC Zurich 24-Rennen gehen in diesem Jahr die schon erwähnten Seat Leon TCR von mathilda racing an den Start, dazu ein von racing one zum 40-jährigen Jubiläum der GTI-Baureihe eingesetzter VW Golf GTI TCR. „Die normalen 30-minütigen Sprintrennen der TCR-Serie, die in Deutschland im Rahmen der ADAC GT Masters stattfinden, haben nichts mit dem 24h-Rennen auf dem Nürburgring gemein. Die Erkenntnisse aus der Serie können wir nicht hierhin transferieren und umgekehrt“, erklärt ein Teammitglied von racing one. „Es ist eine Riesenherausforderung hier anzutreten. Ich glaube, wenn wir ins Ziel kommen und zeigen was ein TCR-Fahrzeug kann, werden wir im nächsten Jahr garantiert mehr Fahrzeuge in dieser Klasse sehen.“ Auch bei mathilda racing, die direkt von Seat mit Ersatzteilen, Technik und Werksfahrer Jordi Gene unterstützt werden, gibt man sich positiv, was die Zukunft angeht. „Seat ist mit dem Leon TCR schon das 24-Stunden-Rennen in Barcelona gefahren. Nun sind sie hier, um weitere Erfahrungen zu sammeln. Das ist allerdings eine echte Härteprüfung, denn wenn ein Fahrzeug beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring durchhält, kann man damit überall durchfahren.“ Die überschaubaren Kosten werden auch im Seat-Lager als ein großer Vorteil der Serie angeführt, und man rechnet mit einem Zuwachs von 15 bis 20 Fahrzeugen im nächsten Jahr.

Für beide Teams ist zusätzlich auch noch die große äußerliche Ähnlichkeit der Rennboliden mit den Serienfahrzeugen und die damit leichte Identifikation der Fans ein großes Plus. Und beide hoffen, dass sich in den nächsten Jahren neben Seat und Volkswagen weitere Hersteller von TCR-Fahrzeugen wie Honda, Opel, Subaru und Ford dazu gesellen, um den Fans in der Eifel einen spannenden Kampf der Marken auf Augenhöhe zu bieten.